Hörproben: Dithering mit Testsignal

Ein pulsierendes Sinus-Signal mit 125 Hz wurde auf unterschiedliche Pegel ausgesteuert und mit verschiedenen Dithering-Methoden abgespeichert. Um die Unterschiede im Dithering zu verdeutlichen, wurden die Pegel anschließend um 40 dB, beziehungsweise 60 dB verstärkt und erneut gerendert, sodass das Rauschen sehr stark hervortritt.

Bei "Sinus -64 dB" lag die Pegelspitze des Signals bei -64 dBFS, bevor es mit 16 Bit und 44,1 kHz gerendert wurde. Ohne Dithering sind bereits hier starke Verzerrungen zu hören. Mit Dithering (hier POW-R 2) rauscht es zwar, der Sinuston bleibt aber unverzerrt.

Bei "Sinus -96 dB" lag die Pegelspitze bei -96 dBFS. Bei der Datei ohne Dithering ist nur noch ein stark verzerrtes Signal zu hören. Die geditherte Version gibt den Sinus-Ton unverzerrt, aber verrauscht wieder.

Bei "Sinus -120 dB" wurde das Sinus-Signal nur mit -120 dBFS ausgesteuert. Trotzdem ist es im CD-Format 16 Bit / 44,1 kHz immer noch wahrnehmbar. Je nach Dithering-Verfahren (POW-R 1, POW-R 2 und nicht dekodiertes MQA) ist das Rauschen etwas lauter oder leiser zu hören, da die Methoden unterschiedliches Noise Shaping einsetzen. Hier kommt es in der Produktion auf das Musiksignal an, welches Dithering am besten klingt. Bei 16 Bit und 96 kHz ist das Dithering leiser als bei 44,1 kHz, weil das Rauschen per Noise Shaping stärker in den hohen Frequenzbereich geschoben werden kann.

Bei 24 Bit ist das Rauschen wesentlich leiser. Das dekodierte MQA rauscht hier trotz der höheren Sample-Frequenz bei 96 kHz etwas lauter als die POW-R-2-Datei mit 48 kHz. Auch hier kann es in der Praxis vom Audio-Material abhängen, welche Dithering-Methode letztlich besser klingt. Der Pegel ist in beiden Fällen so niedrig, dass die erzielbare Dynamik den kompletten Bereich zwischen Hör- und Schmerzschwelle abdeckt.

